Steine-Klau ist kein Kavaliersdelikt

Mit dem Diebstahl schwerer Kalksteine auf dem Gelände des ehemaligen Bundesbahnausbesserungswerks Schwetzingen haben Unbekannte nicht nur Steine entwendet: Die Aufschüttungen sind Teil verschiedener ökologischer Ausgleichsmaßnahmen, die zum Erhalt schützenswerter Tierarten platziert wurden. Die bisherige Grundstückseigentümerin aurelis Real Estate GmbH & Co. KG kommt damit rechtlichen Auflagen nach, die bei der Entwicklung des Geländes vorgeschrieben sind. Auf dem ehemaligen Bahngelände nahe der Bundesstraße 535 befinden sich besonders geschützte Mauer- und Zauneidechsen, deren Lebensraum und Population erhalten werden muss. Aktuell laufen dort die Vorbereitungsarbeiten für den Bau des neuen DECATHLON-Distributionszentrums für Deutschland.

Die sogenannten CEF-Maßnahmen (continuous ecological functionality) müssen vor dem Inkrafttreten des Bebauungsplans fertiggestellt sein, ansonsten droht der Ansiedelung des DECATHLON-Zentrums eine zeitliche Verzögerung. Um den Tieren einen sicheren Unterschlupf bieten zu können, müssen die Maßnahmen dem Rhythmus der Vegetationsperioden angepasst werden. Mit geeigneten Schutzmaßnahmen und Informationstafeln wird aurelis deshalb in Zukunft auf den ökologischen Wert der planmäßig angelegten Stein-Totholz-Riegel hinweisen. Außerdem bittet das Unternehmen auch die Bevölkerung um Aufmerksamkeit und Mithilfe, weitere Zerstörungen zu verhindern bzw. aufzuklären.

„Auf den ersten Blick können die in unterschiedlichen Schichten angelegten Habitate wie bloße Haufen wirken, tatsächlich handelt es sich aber um perfekt angelegte Lebensräume für Mauer- und Zauneidechsen, die beste Brut- und Unterschlupfmöglichkeiten bieten“, erklärt Elvira Ebling, Projektverantwortliche von aurelis. Die Haufwerke sind etwa einen Meter hoch, drei Meter breit und bis zu 20 Meter lang. Bereits Anfang November wurden die schweren Kalksteine, die zur Beschwerung und als Unterschlupf dienen, auf zwei frisch angelegten Habitaten entwendet. Nur wenige sehr schwere Steine sind liegen geblieben. „Für uns handelt es sich nicht um ein Kavaliersdelikt“, so Elvira Ebling, „denn hier geht es nicht nur um die Entwendung von Steinen, sondern auch um die Zerstörung von Lebensräumen für besonders geschützte Arten, was laut Naturschutzgesetz verboten ist.“ aurelis wird deshalb Anzeige erstatten. „In erster Linie möchten wir aber informieren und so weitere Zerstörungen der ökologischen Lebensräume verhindern“, erklärt Ebling.

Das private Immobilienunternehmen aurelis Real Estate ist auf die Vermietung, Entwicklung und Vermarktung ehemaliger industriell genutzter Flächen spezialisiert. Bereits im vergangenen Jahr baute aurelis die alte Wagenhalle zurück, um eine schnelle Umsetzung des Projekts zu ermöglich. Danach begannen die Arbeiten an den gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen. In einem städtebaulichen Vertrag hat sich aurelis darüber hinaus zu umfangreichen Erschließungsleistungen verpflichtet. So wird im Norden eine Kreisverkehrsanlage zur direkten Anbindung des Areals an die Bundesstraße 535 errichtet und auch die innere Erschließung mit Straßen, Fußwegen und einem Radweg entlang der bestehenden Baumallee sowie die Erstellung von Grünanlagen übernimmt das Immobilienunternehmen.

Kontakt für die Presse

Susanne Heck

Leiterin Marketing & Kommunikation

susanne.heck@aurelis-real-estate.de +49 6196 5232-140