Erster Spatenstich für die Mitte Altona in Hamburg

Erster Bürgermeister Olaf Scholz und die Eigentümer geben Startschuss für die Baumaßnahmen im neuen Quartier

Die Eigentümer Aurelis Real Estate GmbH & Co. KG, ECE, Behrendt Wohnungsbau, Harmonia Immobilien und E.W. Fraatz haben gemeinsam mit dem Ersten Bürgermeister der Stadt Hamburg, Olaf Scholz, und Hamburgs Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter vor rund 200 Gästen den Start der Baumaßnahmen für die Mitte Altona gefeiert. Zu den Gästen gehörten Abgeordnete aus Bürgerschaft und Altonaer Bezirksparlament, Vertreter der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt sowie aus weiteren Institutionen und Unternehmen der hamburgischen Immobilienwirtschaft.

ECE-Chef Alexander Otto: „Wir feiern heute den Startschuss für eines der spannendsten Bauprojekte der Republik. Nach sieben Jahren Planungs- und Entwicklungszeit ist seit der Unterzeichnung der umfangreichen städtebaulichen Verträge alles sehr schnell gegangen, so dass wir am Ende früher als erwartet mit dem Bau starten können. Wir haben es hier mit einer zentral innerstädtischen Freifläche zu tun, deren schiere Größe eine riesige Chance für die Stadt darstellt. Bei der Mitte Altona wurde Stadtentwicklung nicht nur von Planern, sondern ganzheitlich und vor allem aus Sicht der Bevölkerung bedacht. Die Mitte Altona ist weit mehr als Wohnen: Es gibt eine Stadtteilschule, Kitas, viel Raum für Kleingewerbe sowie Quartiersplätze und einen neuen Park. Darüber hinaus wird viel Wert auf Integration, Inklusion und innovative Konzepte wie den Verzicht auf zahlreiche Pkw-Stellplätze gelegt. Hier entsteht ein ganz neuer, hochmoderner Stadtteil für Hamburg.“

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz sparte ebenfalls nicht an Superlativen: „Seit 2011 sind in Hamburg über 35.000 Baugenehmigungen erteilt worden. In der Mitte Altona kann man – wie an vielen anderen Orten der Stadt – sehen, wie durch diese Genehmigungen schließlich neuer Wohnraum entsteht: Allein hier werden in den nächsten Jahren insgesamt über 3.300 Wohnungen gebaut, zu je einem Drittel Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und geförderte Wohnungen.“

In seiner Ansprache wies Dr. Joachim Wieland, CEO der Aurelis, auf die städtebauliche Bedeutung des Projektes hin. „Wir glauben an die Entwicklung dieses Standortes und wollen uns deshalb langfristig engagieren. Die Aurelis plant, für die Baumaßnahmen auf ihrer Fläche bis zu 100 Mio. Euro zu investieren. Sanierte denkmalgeschützte Gebäude bleiben als identitätsstiftende Elemente erhalten und werden mit modernen Architekturlösungen in Einklang gebracht. Hier soll ein vitales Zentrum aus Einzelhandel, Kleingewerbe, Gastronomie, Wohnungen, Parkfläche, Stadtteilschule, Kita und Quartiersplätzen mit Aufenthaltsqualität entstehen. Auf Basis der Vereinbarungen aus dem städtebaulichen Vertrag zu den gewerblich genutzten Flächen waren wir bereits aktiv: Wir haben mit dem Umbau zum Erhalt der ehemaligen Güterhallen und der Kleiderkasse begonnen sowie erste Sanierungsarbeiten in den Westhallen des Hauptgüterbahnhofs vorgenommen.“

Bereits in den vergangenen Monaten gab es vorbereitende Maßnahmen auf dem Gelände: Im Sommer wurden Gebäude abgerissen, die Kampfmittelräumung vorgenommen sowie Flächen saniert und begradigt. Dem vorausgegangen war die Unterzeichnung des umfangreichen städtebaulichen Vertrags im Mai 2014. In ihm wurden alle rechtlichen, inhaltlichen und finanziellen Verpflichtungen für die Realisierung des ersten Bauabschnitts geregelt. Durch den zwischenzeitlich ebenfalls erfolgten Beschluss der Deutschen Bahn AG zur Verlegung des Fernbahnhofs Altona nach Diebsteich kann das Gesamtgelände, wie bereits in den vorbereitenden Untersuchungen geplant, in zwei Bauabschnitten entwickelt werden.

Die jetzt beginnenden Erschließungsarbeiten werden in einer Arbeitsgemeinschaft zwischen Aurelis, ECE und den weiteren Partnern umgesetzt. Im ersten Bauabschnitt werden insgesamt rund 1.600 Wohneinheiten, ein Park von 2,7 Hektar, vier Kindertagesstätten und eine Stadtteilschule entstehen. Auf die Aurelis entfällt eine Fläche von insgesamt 78.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche (BGF) für rund 450 Wohneinheiten, die Schule sowie Einzelhandels- und Gewerbeflächen im Bereich der denkmalgeschützten Hallen am Verladebahnhof. Die ECE entwickelt auf der von ihr erworbenen Nordfläche sowie im Konsortium mit Behrendt Wohnungsbau, Harmonia Immobilien und E.W. Fraatz auf der Südfläche insgesamt rund 1.200 Wohnungen auf einer BGF von insgesamt rund 120.000 Quadratmetern (90.000 Quadratmeter Nordfläche / 30.000 Quadratmeter Südfläche).

Details zum städtebaulichen Vertrag

Der städtebauliche Vertrag besteht aus mehreren Teilen. Er legt die Beteiligung der Eigentümer an den Entwicklungskosten fest, also beispielsweise für Bodenaufbereitung, Verkehrserschließung und Versorgungsinfrastruktur. Grundsätzlich geeinigt hatten sich die Stadt Hamburg und Aurelis auf ein Public-Private-Partnership-Modell zur Errichtung und zum Betrieb der Schule. Innerhalb eines Jahres sollen alle Details in einem zusätzlichen Vertrag ausgehandelt werden.

Beim Wohnungsbau gibt es einen starken Fokus auf langfristig engagierte Baugemeinschaften und die SAGA GWG sowie einen optimalen Mix aus öffentlich gefördertem Wohnraum sowie Miet- und Eigentumswohnungen („Drittelmix“). Baugemeinschaften sollen 20 Prozent der für Wohnen vorgesehenen Geschossfläche belegen, unter ihnen sind alteingesessene Hamburger Unternehmen wie Altoba (Altonaer Spar- und Bauverein) und BVE (Bauverein der Elbgemeinden eG). Gerade die Baugemeinschaften werden für Kontinuität unter den Bewohnern sowie ein hohes Maß an Identifikation mit dem Quartier sorgen. Die Stadt Hamburg hat ein Baufeld am östlichen Rand des Gesamtareals gekauft, das die Erstellung von 161 Wohneinheiten für Baugemeinschaften ermöglicht. Zudem werden 70 Prozent der Erdgeschoss-Flächen an Kleingewerbe vergeben, so dass in der Mitte Altona kein reines, abgeschottetes Wohngebiet entsteht. Besonderer Wert wurde bei den Planungen darauf gelegt, dass hier ein lebenswertes Quartier mit der kompletten erforderlichen Infrastruktur entsteht – mit Läden, Schule und Kitas sowie öffentlichen Plätzen und Grünanlagen.

Beispielgebend ist auch das Quartiersmanagement für die Wohnflächen und Quartiersflächen, das für die nächsten zehn Jahre von den Investoren finanziert wird. Insbesondere werden durch das Quartiersmanagement auch die Ansätze zur inklusiven Stadtentwicklung und inklusiven Sozialraumbildung unterstützt: Menschen unterschiedlichen Alters, verschiedener Kulturen und Religionen sowie von unterschiedlichem gesellschaftlichen und familiären Stand finden im Quartier ein Zuhause und bilden eine Gemeinschaft. Zur Inklusion gehören auch bauliche Maßnahmen, zum Beispiel um möglichst viele Wohneinheiten barrierefrei oder barrierearm herzustellen, alters- und behindertengerechtes Wohnen zu ermöglichen und auch die Straßenräume möglichst barrierefrei zu gestalten.

Vertraglich festgelegt wurde zudem der Mietzins bei der Umsiedlung bestehender Gewerbeeinheiten auf dem Aurelis-Gelände. Er wurde auf eine Spanne zwischen vier bis acht Euro pro Quadratmeter festgesetzt. Abhängig von der individuellen Ausstattung und Qualität der Fläche wird so sichergestellt, dass insbesondere Kleingewerbetreibende nicht von den städtebaulichen Entwicklungen der Mitte Altona benachteiligt werden.

Eine Besonderheit bei der Entwicklung der Mitte Altona war der umfassende Beteiligungs- und Informationsprozess, der in dieser Form in Hamburg sicher einzigartig war. Aufgrund des neuen Transparenzgesetzes war der gesamte Planungsprozess zudem ein geradezu gläsernes Verfahren. Die Bürger wurden über Ideenwerkstätten, Workshops, Architekturwettbewerbe, Infoveranstaltungen sowie Rundgänge auf breiter Basis beteiligt. Viele Einwände und Ideen aus den Bürgerveranstaltungen wurden berücksichtigt, so dass Stadtentwicklung gemeinsam mit den Menschen vor Ort stattgefunden hat.

Kontakt für die Presse

Susanne Heck

Leiterin Marketing & Kommunikation

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