EAW bietet Platz zur Ansiedlung zukunftsorientierter Technologiebetriebe mit mehreren Tausend Arbeitsplätzen

Das ehemalige Eisenbahnausbesserungswerk (EAW) bietet Platz zur Ansiedlung zukunftsorientierter Technologiebetriebe mit mehreren Tausend Arbeitsplätzen. Deshalb will die Stadt die rund 150.000 Quadratmeter großen Freiflächen des EAW in einem Modellprojekt entwickeln. Dazu arbeiten die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft Braunschweig Zukunft GmbH, die Eigentümerin Aurelis Real Estate und die projekt REGION BRAUNSCHWEIG zusammen.

Dies gab Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann bei der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung am Dienstag, 27. März, im Rathaus bekannt. Für die Stadt unterzeichnete Wirtschaftsdezernent Joachim Roth, für Aurelis deren Geschäftsführer Ivo Iven und für die projekt Region Geschäftsführer Julius von Ingelheim.

Eine von der NORD/LB in Auftrag gegebene Studie mit dem Titel „Hochtechnologie-Stadt Braunschweig“ habe bereits 2002 die hohe Qualität der Flächen erkannt und der Umnutzung des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes für die Ansiedlung zukunftsorientierter Technologiebetriebe empfohlen, betonte der OB. Sie seien laut Gutachtermeinung geeignet für ein „ambitioniertes Cluster-Projekt“, das zu den Stärken der von Forschung und Wissenschaft geprägten Stadt passt und Braunschweigs Profil als Standort internationaler Forschung und zukunftsfähiger Wirtschaftsentwicklung europaweit schärfen kann.

Dr. Hoffmann weiter: „Der Durchbruch für das EAW-Projekt gelang uns trotz dieses positiven Gutachtens erst im vergangenen Oktober auf der Expo Real in München.“ Das EAW-Grundstück sei ein Filetstück unter den in Braunschweig noch verfügbaren Gewerbeflächen mit allergrößtem Potential. „Deshalb gehen wir bei seiner Entwicklung neue Wege. Bei diesem Projekt planen wir zum ersten Mal von Anfang an ein offensives, professionelles Standortmarketing ein und werden bei seiner Vermarktung alle Register einer gezielten Ansiedlungspolitik ziehen“, hob der OB hervor. „Dies ist die große Chance für eine weitere positive Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Braunschweig. Neben dem Forschungsflughafen ist dies das derzeit wichtigste städtische Ansiedlungsprojekt.“ Er könne sich dort sehr gut Hochtechnologiebetriebe aus Forschung und Produktion sowie die Bildung von Clustern für die Bereiche Mobilität und Automotive vorstellen. Er sei optimistisch, dass mit der Baureife der Flächen der Grundstein für große Investitionen gelegt werde, die viele Tausend Arbeitsplätze schaffen.
Erstmals werde die projekt REGION BRAUNSCHWEIG in einem Modellprojekt bei der Vermarktung einer Gewerbeimmobilie als regionaler Partner eingebunden. Sollte das EAW-Projekt ein Erfolg werden, sei dies zugleich ein Signal für eine umfassende gemeinsame Standortentwicklung des gesamten Wirtschaftsraum Braunschweig. Mit der Eigentümerin Aurelis habe die Stadt einen aufgeschlossenen Partner gewonnen, der bereit sei, diesen Weg mitzugehen.

„Wir haben in der Vergangenheit schon erfolgreich mit der Stadt Braunschweig zusammengearbeitet: bei der Ansiedlung des Westermann Verlags und des Bahntechnik-Herstellers Alstom in den vorhandenen Hallen auf diesem Grundstück. Die Kooperationsvereinbarung ist für uns ein Signal für die Verantwortung und die Verbindlichkeit, mit der die drei Partner auch das gemeinsame Projekt Hochtechnologiepark planen.“ sagt Ivo Iven, als Geschäftsführer bei Aurelis unter anderem verantwortlich für Norddeutschland.

„Die Stadt wird das für die EAW-Flächen erforderliche Planungsrecht mit höchster Priorität bis zum Jahresende schaffen“, kündigte Wirtschaftsdezernent Joachim Roth, zugleich Ge-schäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Braunschweig Zukunft GmbH, an. Für ein Projekt dieser Größenordnung sei das ein überaus ehrgeiziges Ziel, da das Baurecht zeitintensive Vorarbeiten und das Einhalten von Fristen verlange. Der Planungsprozess werde eng von der Wirtschaftsförderung begleitet.

Bereits jetzt seien erste Planungsschritte zusammen mit der städtischen Fachverwaltung erfolgt. Bis Ende April sollten die wesentlichen Gutachten vorliegen. Die Themen reichten von der Erschließung über die ÖPNV-Anbindung bis zu Entwässerung und Schallemmissionen. Mitte Juli würde der Bebauungsplanentwurf fertig gestellt sein. Voraussichtlich werde der Auslegungsbeschluss Anfang September in den betroffenen Stadtbezirksräten und dem Planungs- und Umweltausschuss behandelt. Es sei geplant, die Entscheidung des Verwaltungsausschusses am 11. September einzuholen. Läuft alles nach Plan beginnt am 22. Oktober die öffentliche Auslegungsfrist. Zu diesem Zeitpunkt solle bereits mit der Vermarktung dieses innenstadtnahen ‚Premium-Gewerbegebietes‘ begonnen werden. Als Satzung würde der Bebauungsplan für das EAW-Projekt voraussichtlich am 28. November im Planungs- und Umweltausschuss, am 4. Dezember im Verwaltungsausschuss und am 11. Dezember im Rat beschlossen.

In dem Vertrag, der bis Ende 2013 läuft, hätten die Kooperationspartner eine ständige und umfassende Abstimmung sowohl über entwicklungsrelevante Details als auch über politische Entscheidungen vereinbart, fuhr Roth fort. Ferner werde eine gemeinsame Vermarktungsstrategie entwickelt und eine gezielte Akquisition potentieller Investoren durch persönliche Kontakte, Anschreiben und Präsentationen im Internet oder in Veranstaltungen eng miteinander abgestimmt. Gleiches gelte für die Öffentlichkeitsarbeit. Roth: „Und natürlich werden wir gemeinsam das EAW im Oktober erneut auf der größten Messe für Gewerbeimmobilien, der Expo Real in München, präsentieren.“ Im vergangenen Oktober sei es gelungen, Aurelis für den jetzt vorgestellten Plan zu gewinnen. In diesem Oktober werde das EAW-Projekt gemeinsam mit dem Forschungsflughafen in den Mittelpunkt der Präsentation rücken.

„Diese Vorleistungen für die Unternehmensansiedlung mit Ausrichtung auf Hochtechnologie können von einem Investor nicht erwartet werden, denn Standortmarketing ist eine öffentliche Aufgabe“, sagte Roth. Die Kosten dafür könnten allerdings erst genannt werden, wenn die Entscheidung über Art und Umfang der Marketing-Aktivitäten getroffen würden. Personalkosten und interne Kosten würde jeder der Partner selbst tragen. Gleiches gelte für Aufträge in eigenen Namen, sofern nicht etwas anderes vereinbart werde.

Julius von Ingelheim, Geschäftsführer der projekt REGION BRAUNSCHWEIG GMBH, betonte, die Regionalentwicklungsgesellschaft werde ihr Renommee, Know-how und Netzwerk in das Modellprojekt der gemeinsamen Vermarktung des zukünftigen Gewerbegebietes einbringen. Das hochkarätige EAW-Projekt sei eine interessante Herausforderung. Von Ingelheim: „Wenn sich die gemeinsame Vermarktungsstrategie als Trumpf erweist, hat dies Ausstrahlung auf unsere gesamte Wirtschaftsregion, deren nachhaltige Entwicklung ein wesentliches Ziel der ‚Allianz für die Region‘ ist.“

Das Projekt in Kürze

Aurelis ist die Eigentümerin des rund 315.000 Quadratmeter großen Grundstücks am ehemaligen Hauptgüterbahnhof, das zum Teil mit Hallen des ehemaligen Ausbesserungswerkes bebaut ist und die größtenteils vermietet sind, unter anderem an Alstom, den Westermann Verlag, die Deutsche Bahn Signalbau, die Firma Moll und an die Eisenbahnfreunde Braunschweig. Davon sollen die Freiflächen mit einer Größe von rund 150.000 Quadratmetern als Gewerbegebiet ausgewiesen werden.
Das Areal ist derzeit überwiegend als gewidmete Bahnfläche ausgewiesen. Der Standort hat wegen seiner innenstadtnahen Lage und die mögliche Anbindung an das Schienennetz besonderes Potential für eine attraktive Gewerbeflächenentwicklung mit Bezug zu Verkehrs- und Transporttechnologien. Ferner soll der Standort für die Eisenbahnfreunde langfristig gesichert und touristisch aufgewertet werden und soll die dauerhafte Aufstellung des ehemaligen Weltmeisterzuges ermöglichen.

Zeitplan (Auszug)

16. Juli 2012
Abgabe der mit allen Beteiligten abgestimmten Unterlagen für den Bebauungsplan
4. September 2012
Der Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan ist Thema der gemeinsamen Sitzung der betroffenen Stadtbezirksräte 213 Südstadt-Rautheim-Mascherode und 132 Viewegs Garten-Bebelhof
5. September 2012
Planungs- und Umweltausschuss
11. September
Verwaltungsausschuss
22. Oktober 2012
Beginn der vom Baugesetzbuch vorgeschriebenen Auslegung des Bebauungsplanes von einem Monat
11. Dezember 2012

Der Rat beschließt den Bebauungsplan als Satzung. Parallel dazu läuft die Vermarktung der EAW-Flächen beispielsweise im Oktober auf der Expo Real in München

Kontakt für die Presse

Susanne Heck

Leiterin Marketing & Kommunikation

susanne.heck@aurelis-real-estate.de +49 6196 5232-140