Bebauungsplan Güterbahnhof Nord kann geändert werden: Fläche der Badischen Flüssiggas nun für Gewerbe und Wohnen vorgesehen

Es entstehen hier rund 600 weitere neue Wohnungen

Wohnen und Gewerbe statt Flüssiggas. Das kann jetzt auch auf einer weiteren Fläche des ehemaligen Güterbahnhof Nord-Gelände möglich werden. Denn die Badische Flüssiggas GmbH wird bis Ende des Jahres wegziehen. Die von ihr genutzte Fläche sowie die Umgebung im Bereich westlich der Zollhallenstraße und der Ellen-Gottlieb-Straße stand bislang wegen dieses als Störbetrieb eingestuften Unternehmens aus Sicherheitsgründen nur sehr eingeschränkt für eine bauliche Entwicklung zur Verfügung. Die Vermieterin und Grundstückseigentümerin Aurelis Real Estate GmbH & Co. KG hat nun vertraglich mit der Badischen Flüssiggas den Wegzug vereinbart. Die Verwaltung kann daher nun dem Gemeinderat eine Änderung des Bebauungsplans für das neue Quartier am ehemaligen Güterbahnhof Nord vorlegen.

Vorgesehen ist eine Umwandlung der bisher ausschließlich gewerblichen Nutzung in eine gemischte Nutzung mit überwiegendem Wohnanteil auf einer Fläche von rund 55.000 Quadratmetern. „Damit wollen wir der gestiegenen Nachfrage nach Wohnraum in Freiburg begegnen“, sagt Baubürgermeister Martin Haag. „Jetzt werden die Weichen gestellt, das gesamte Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Nord in ein modernes Wohn- und Gewerbequartier umzuwandeln.“ Über die notwendigen Beschlüsse entscheidet der Gemeinderat in seiner Sitzung am 27. September.

Die Grundstückseigentümerin Aurelis und die Stadt Freiburg haben gemeinsam erste Testplanungen erstellt. Basis für die Änderung des Bebauungsplans sind drei Planungsvarianten, aus denen im Verlauf des Verfahrens eine einzige Variante entwickelt werden soll. Nach einer ersten Bewertung könnte ausreichend Fläche für etwa 600 neue Wohnungen entstehen. Damit wüchse die Zahl der Wohnungen in dem neuen Gebiet auf insgesamt rund 1.300 an.

Städtebauliches Ziel ist es, die gesamte Fläche entsprechend ihrer Nutzung zu gliedern: So soll das Gebiet entlang der Güterbahntrasse eher für Gewerbe genutzt werden. Dadurch wäre die geplante nachfolgende Wohnbebauung abgeschirmt und vor Lärm geschützt. In der ersten Baureihe nördlich der Neunlindenstraße ist ebenfalls ein gewerblicher Schwerpunkt mit hoher Dichte geplant. Damit kann ein abgeschirmter, ruhiger Innenbereich mit qualitativ hochwertigen, privaten Freibereichen entstehen.

Entlang der Eugen–Martin-Straße, im Kernbereich des Quartiers, soll Wohnraum mit teilweise gewerblichen Nutzungen der Erdgeschosse entstehen. Hier sind Geschäfte für die Nahversorgung geplant sowie Restaurants oder Cafés. Alle innenliegenden Bereiche werden als Wohnraum ausgewiesen. Eine noch größere Bedeutung kommt wegen der nochmals ansteigenden Bewohnerzahlen dem öffentlichen Freiraum zu. Deshalb werden die Möglichkeiten der Verlängerung der Eugen-Martin-Straße im jetzigen Ausbauzustand mit grüner Mittelachse und der Anlage eines öffentlichen Platzbereiches in der weiteren Planung berücksichtigt. Dieser Kernbereich könnte je nach Variante mit einer Verlängerung der Straße nach Westen bis vor die bestehende Lokhalle fortgesetzt werden.

Bei den Wohnungen sollen nicht nur frei finanzierte entstehen. Aurelis-Geschäftsführer Thaddäus Zajac: „Wir übertragen der Stadt von diesem neuen Gelände unentgeltlich 7.800 Quadratmeter.“ Die Stadt plant dort geförderten Wohnungsbau.

Auf dem insgesamt rund 400.000 Quadratmeter großen Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Nord wächst derzeit ein neues Gewerbe- und Wohnquartier. Bereits fertiggestellt und in Betrieb ist das Studierendenwohnheim „Campo Novo“ an der Eugen-Martin-Straße sowie ein Wohn- und Geschäftshaus mit Druckerei in der Güterhallenstraße. Aktuell im Bau oder projektiert sind weitere Wohn- und Geschäftsgebäude mit etwa 700 neuen Wohnungen, zwei Hotels, ein weiteres Studierendenwohnheim, ein Pflegewohnheim, eine Einrichtung für betreutes Wohnen und zwei Kindertagesstätten. Im Gebiet nördlich der Elisabeth-Krummer-Schroth-Straße entstehen aktuell mehrere Handwerks- und Gewerbebetriebe. Voraussichtlich bis 2019 wird der östliche Teilbereich des Güterbahnhofsareals komplett bebaut sein.

Die jetzt geplante Mischnutzung für den westlichen Teil mit dem ehemaligen Gelände des Badischen Flüssiggas folgt den Prinzipien der Planung für das den östlichen und mittleren Bereich des Güterbahnhofsareals. Auch hierfür ist eine teilweise bereits realisierten, architektonisch anspruchsvollen Mischung aus Büronutzungen, Dienstleistung, Einzelhandel und Wohnen vorgesehen. Darüber hinaus wird es auch künftig noch Möglichkeiten zur Unterbringung von innovativen Nutzungen geben.

Kontakt für die Presse

Susanne Heck

Leiterin Marketing & Kommunikation

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