Backstage erhält eine allerletzte Frist

Die Münchner Kulturbühne Backstage erhält nochmals eine allerletzte Frist, um einen Neubau auf dem eigens dafür angekauften Grundstück an der Reitknechtstraße 6 zu realisieren. Wie die aurelis in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der Stadt München erklärt, einigten sich alle Parteien am Donnerstag auf eine nochmalige Verlängerung aller Mietverträge bis August 2012 und einen daran anschließenden schrittweisen Rückzug des Backstage von den Mietflächen der aurelis bis spätestens Ende 2014. Entsprechende Verträge sollen nun zügig ausgearbeitet und bis Jahresende unterschrieben werden. Die aurelis weist ausdrücklich darauf hin, dass mit dieser Einigung jeglicher Spielraum für Rückbau und Errichtung eines neuen Backstage-Gebäudes ausgeschöpft ist.

„Wir hoffen sehr, dass sich das Projekt innerhalb des nun gegebenen Zeitplans realisieren lässt“, so Stefan Wiegand, Geschäftsführer der Region Süd der aurelis, „aber eines ist klar: Mehr als ein günstiges Grundstück, eine zweimalige Verlängerung der Mietverträge und viel Entgegenkommen in zahlreichen
Detailfragen kann die aurelis zum Gelingen nicht beitragen.“

2008: Gelände wird als Zwischennutzung an Backstage vermietet – vertraglich vereinbarte Räumung bis Ende 2010

Die letztmalige Fristverlängerung durch die aurelis ist Teil eines seit mehreren Jahren andauernden Versuchs, dem Backstage an der Reitknechtstraße 6 eine
dauerhafte Heimat zu geben. Nach mehreren Umzügen innerhalb des Stadtgebiets zog die überregional bekannte Kultureinrichtung 2008 auf das heutige Gelände. Schon damals wies die aurelis darauf hin, dass große Teile der angemieteten Flächen nur temporär zur Verfügung stehen, da sie Teil der Projektentwicklung des neuen Stadtquartiers Am Hirschgarten sind – einem Bauprojekt, das Wohnraum für mehr als 3.500 Anwohner bietet. Das Backstage
verpflichtete sich damals bereits vertraglich, diese Flächen bis Ende 2010 wieder zu räumen – ließ diese Frist dann jedoch verstreichen.

März 2010: aurelis verkauft Grundstück zum Drittel des Verkehrswertes an Backstage-Betreiber
Hoffnungen auf ein „neues“ Backstage weckte der Verkauf eines 2.713 m² großen Grundstücks im März 2010. Die aurelis trat die Fläche damals zu einem Drittel des Verkehrswertes an die Kulturbühne ab. Einzige Bedingung: Das Grundstück darf ausschließlich für kulturelle Zwecke genutzt werden. Auf diesem Areal soll nach dem Willen von Hans-Georg Stocker ein mehrgeschossiges Gebäude mit Tiefgarage und mehreren Bühnen entstehen: Das „neue“ Backstage.

Dezember 2010: Verlängerung des Mietvertrags bis Ende 2011

Trotz des zwischenzeitlichen Grundstückskaufs und der vertraglichen Verpflichtung zur Räumung zog sich das Backstage bis heute nicht von den angemieteten Flächen zurück. Ende 2010 zeigten sich die Stadt München und die aurelis ein erstes Mal kompromissbereit: Die aurelis verlängerte die Mietverträge kurzfristig bis Ende 2011, im selben Zug erteilten die Genehmigungsbehörde die Nutzungserlaubnis.

Dezember 2011: Weitere und letztmalige Fristverlängerung

Nun einigten sich beide Seiten auf eine zweite Fristverlängerung, zunächst bis August 2012. Bis zu diesem Termin muss das Backstage die angemieteten Stellplatzflächen an die aurelis zurückgeben und andernorts neue Parkplätze ausweisen. Erfolgt die Rückgabe fristgerecht, verlängert die aurelis anschließend
den Mietvertrag für das „Werk“ – die Hauptbühne und wichtigste Einnahmequelle des Backstage – bis Ende 2013. Sollte sich das Backstage entgegen der nun
getroffenen vertraglichen Einigung über die Verpflichtung zur Räumung hinwegsetzen, erledigt sich die Verlängerung der Mietverträge und die Mietflächen müssen zwangsgeräumt werden.

Insgesamt knapp vier Jahre Zeit für den Neubau des Backstage

„Wenn das Backstage die vereinbarten Bedingungen einhält, dann haben die Betreiber vom Grundstückskauf im März 2010 bis zur Schließung des Werks knapp vier Jahre Zeit, um ein Neubaukonzept zu realisieren“, so Wiegand: „Das ist das absolute Maximum.“ Geht auch der Rückbau und die Rückgabe des
„Werks“ wie vereinbart über die Bühne, steht laut Einigung anschließend auch einer Verlängerung der Mietverträge für die kleineren Veranstaltungsbereiche „Club“ und „Halle“ bis Ende 2014 nichts im Wege. Spätestens dann sollte das „neue“ Backstage stehen.

Kontakt für die Presse

Susanne Heck

Leiterin Marketing & Kommunikation

susanne.heck@aurelis-real-estate.de +49 6196 5232-140