Keine Berührungsängste

15.12.2016 von Thaddäus Zajac | Lesezeit: 2 Minuten
Zukunftstrends
Wir Deutschen haben ein ausgeprägtes Sicherheitsempfinden. Man kann es auch anders ausdrücken: Wir sind wandelnde Bedenkenträger. Die „German Angst“ ist inzwischen ein internationaler Begriff geworden. Auch das mag ein Grund dafür sein, warum die Gründerkultur in Deutschland gegenüber der in anderen europäischen Ländern hinterherhinkt, findet Thaddäus Zajac, Geschäftsführer der Aurelis Region Mitte.

Kommentar von Thaddäus Zajac, Geschäftsführer Aurelis Region Mitte

Wenn die Konjunktur gut läuft, suchen Fachkräfte hierzulande die Festanstellung. Selbstständigkeit ist oft eher aus Arbeitslosigkeit und Mangel an Alternativen geboren.

„Was geht es uns an?“, denken Sie vielleicht jetzt. Aber die Auswirkungen von zu wenig Antriebskraft und Innovationspotenzial in Deutschland können irgendwann in der Volkswirtschaft spürbar werden. Und dann wird auch die Immobilienwirtschaft betroffen sein.

Was wir in unserer Branche tun können? Keine Berührungsängste haben. Auch ein bisschen mutiger sein. Wir können sehr viel über den Arbeitsplatz der Zukunft lernen, wenn wir mit Startups zusammenarbeiten. Wichtig ist, sehr genau zuzuhören, wenn uns Unternehmen, die Immobilien suchen, ihr Geschäftsmodell vorstellen. Egal, ob sie etabliert oder jung sind: zu verstehen, wie und wofür Firmen arbeiten, ist elementar. Es ist die wichtigste Grundlage, um die vielzitierte „bedarfsgerechte Immobilie“ auch tatsächlich bereitzustellen.

Bei Startups bedeutet „bedarfsgerecht“ vor allem Flexibilität. Wenn es gut läuft, brauchen sie bald mehr Fläche. Wenn nicht, wollen sie schnell aus dem Mietvertrag heraus. Oder vielleicht brauchen sie statt Produktionsfläche durch 3D-Druck bald mehr Lagerräume.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Kein Wunder, denn die Arbeitswelt verändert sich momentan in einer Geschwindigkeit, dass auch etablierte Firmen ein bisschen Startup sind. Für Immobilienunternehmen heißt das, wir werden stärker als früher zum Partner, Berater und aktiven Begleiter der Unternehmensentwicklung. Wir werden dazulernen. Und wir können einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Gründerkultur in Deutschland zu verbessern.