26.03.2018 von Dr. Joachim Wieland

2018 spricht vieles für eine Seitwärtsbewegung der Preise

Wie in jedem Jahr wurden auch im ersten Quartal 2018 bereits viele Einschätzungen abgegeben, wie sich die Lage an den Immobilienmärkten entwickeln wird. Und je länger die Boomphase des Immobilienzyklus andauert, desto engagierter beteiligen sich die Experten an den Prognosen.    

Wir alle kennen die Faktoren, die zu diesem enormen Boom geführt haben, der nun schon seit 2009 anhält: niedrige Zinsen, ein starkes Wirtschaftswachstum und eine hohe Nachfrage, getrieben von überschüssiger Liquidität, die auf ein begrenztes und nur langsam steigendes Angebot trifft.

Auch der Markt der Unternehmensimmobilien profitiert enorm davon, da Investoren die Assetklasse immer besser verstehen und realisieren, dass sie damit vergleichsweise hohe und stabile Renditen erzielen können. Diese Entwicklung wird durch den neuesten Marktbericht der Initiative Unternehmensimmobilien bestätigt.

Wie wird es also weitergehen?

Der Immobiliendienstleister Savills stellte im Dezember 2017 in seinem Ausblick auf den Immobilienmarkt Deutschland endzyklische Phänomene fest: Investoren zeigten bei ihren Entscheidungen zunehmende Risikobereitschaft. So wichen sie beispielsweise in Nischenmärkte aus oder machten Kompromisse bei Makro- und Mikrolage. Für den deutschen Investmentmarkt bedeute das weiterhin hohe Transaktionsvolumina bei nochmals leicht steigenden Preisen auch in Randsegmenten. Diese Phänomene müssten jedoch nicht bedeuten, dass wir eine kurzfristige Kehrtwende des Marktes sehen werden.

Julia Löhr schrieb am 21.2. in der F. A. Z.: „Dem Immobilienboom geht die Luft aus“, und bezieht sich damit auf das Frühjahrsgutachten der Immobilienweisen. Gemeint sind in diesem Fall jedoch vor allem die Wohnungsmärkte in den Städten, für die in der Analyse zukünftig sinkende Preise abgeleitet werden. Der Grund: einsetzende Wanderungsbewegungen von der Stadt ins Umland. Dieses Ausweichen ins Umland kann auch durch das unzureichende Angebot an Wohnraum verursacht sein.

„Die Party geht weiter“, prophezeit Andreas Mattner vom ZIA. Die Diskussion in der Politik sei jedoch zu einseitig auf Wohnimmobilien ausgerichtet. Daher warnt er vor einem zunehmenden Mangel an Gewerbeimmobilien in Ballungsräumen – eine Tendenz, die die wirtschaftliche Entwicklung dieser Standorte erschwert.

Welches Fazit zieht man nun aus all den unterschiedlichen Meinungen, die gegen Ende des Jahres 2017 und Anfang des laufenden Jahres geäußert wurden?

Das lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten. Ich gebe dennoch eine Prognose ab:  Meiner Einschätzung nach werden die Preise – vor allem getrieben durch die hohe Liquidität auf den Finanzmärkten und die Schwierigkeit, alternative Investitionsmöglichkeiten zu finden – noch nicht sinken. Trotz der genannten endzyklischen Phänomene. Ich halte die vielzitierte Seitwärtsbewegung für wahrscheinlicher.

Letztlich hilft nur eines: Man muss kontinuierlich die Märkte und Akteure beobachten, Informationen sammeln und dann seine eigenen Schlüsse ziehen. Und vor allem: seine Unternehmensstrategie daran ausrichten. Vielfältige Meinungen zu kennen und zu verarbeiten ist dabei unerlässlich.

Dr. Joachim Wieland, CEO
Susanne Heck
Leiterin Marketing & Kommunikation
Mergenthalerallee 15-21
65760 Eschborn
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