14.04.2016 von Max Orgeldinger

„Wer nur an Twitter und Facebook denkt, ist von der Realität überholt"

Am Dienstleistungsangebot von Agenturen kann man manchmal ablesen, welche Trends und Entwicklungen die Gesellschaft gerade beschäftigen. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass es eine Agentur für digitale Transformation gibt. In Berlin – wo sonst? Max Orgeldinger ist Senior Stratege bei Torben, Lucie und die gelbe Gefahr (TLGG). Wir haben ihn gebeten, uns einen kurzen Einblick in die Auswirkungen der Digitalisierung zu geben.

Jeder weiß mittlerweile, dass der digitale Wandel mitten unter uns ist und zu weitreichenden Veränderungen innerhalb der Gesellschaft geführt hat. Wer dabei nur an Twitter und Facebook denkt, ist von der Realität schon lange überholt. Wir verbringen mehr Zeit denn je im Web und organisieren unser komplettes Leben in der virtuellen Welt: Schuhe kaufen, Schritte zählen, Tipps für den schnellsten Weg zur Arbeit erhalten, Ernährung überwachen, sich mit Freunden immer und überall vernetzen ist bereits für einen Großteil von uns Normalität. Die Digitalisierung hat unsere Art zu arbeiten, zu leben, zu kommunizieren oder zu konsumieren verändert. Das bringt viele Vorteile mit sich. Und es verändert die Erwartungshaltung der Kunden. Sie können alles von überall tun und sind selbst fast rund um die Uhr digital verfügbar. Das lässt auch die Anforderungen an Unternehmen und deren Service steigen: Kunden erwarten mehr Convenience: eine schnelle, unkomplizierte und effiziente Befriedigung ihrer Bedürfnisse, und das geht, natürlich, am besten digital. Sie wollen nicht suchen, sondern finden oder besser noch: passgenau angeboten bekommen. Dass der Geschäftskunde seine Flugreise online bucht, ist schon lange Standard. Noch besser ist, wenn er durch vernetzte Informationen seine Lieblingsserie an Bord genau da weiterschauen kann, wo er am Vorabend zuhause aufgehört hat und wenn sein Mietwagen am Ankunftsflughafen schon an dem Ausgang bereit steht, aus dem er herauskommen wird. Den Weg, den die Unternehmen gehen, um solche Angebote zu kreieren, nennen wir digitale Transformation.

Für die Unternehmen bedeutet das, Zeit und Mühe zu investieren: um ihre Zielgruppen noch genauer zu identifizieren als bisher. Um sich in die Abläufe der Kunden hineinzuversetzen und bei jedem Schritt zu überlegen, was man ihnen wie erleichtern kann. Ganzheitliches Denken ist gefragt. Und der Mut, Neues auszuprobieren. Die Digitalisierung ist kein Hype. Sie ist die Zukunft. Wer den Anschluss nicht verlieren will, muss sich damit auseinandersetzen und die Unternehmensstrukturen, -prozesse und -strategien immer wieder auf den Prüfstand stellen. 

In welchem Ausmaß die Digitalisierung bereits die Geschäftsmodelle beeinflusst, zeigt ein Blick auf zwei Unternehmen, die inzwischen zu Weltkonzernen herangewachsen sind: Das größte Taxiunternehmen der Welt, Uber, besitzt keine Autos. Und Airbnb, der weltweit größte Wohnungsvermittler, hat keine eigenen Immobilien. Festgestellt hat dies übrigens Tom Goodwin, Senior Vice President beim Agenturnetzwerk Havas Media.

Auch die Agentur TLGG hat sich der Entwicklung angepasst. 2008 wurden wir als Social-Media-Agentur gegründet. Mittlerweile sind wir deutlich gewachsen und bieten ganzheitliche Beratungsleistungen rund um die digitale Transformation an. Dabei verbinden wir Marketing und technisches Knowhow mit Unternehmensberatung, denn wir müssen zunächst das jeweilige Geschäftsmodell und die Prozesse verstehen. Eine Alternative zur digitalen Transformation gibt es aus unserer Sicht übrigens nicht. Denn Digitalisierung ist zwar kein Allheilmittel. Aber sie in die Unternehmensstrategie einzubeziehen, ist definitiv ein unerlässlicher Schritt zur Existenzsicherung.

Max Orgeldinger, Senior Stratege bei Torben, Lucie und die gelbe Gefahr
Susanne Heck
Leiterin Marketing & Kommunikation
Mergenthalerallee 15-21
65760 Eschborn
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