Zusammenarbeit mit Kommunen: Klischees und Wirklichkeit

Bei Politik & Verwaltung auf der einen und in der Immobilienwirtschaft auf der anderen Seite kursieren viele Klischees über den jeweils anderen. Die gängigsten seien hier aufgezählt:

  • Das private Immobilienunternehmen kommt als Spekulant, macht schnellen Profit mit den Projekten, die gerade am marktgängigsten sind, geht nach Abschluss und hinterlässt verbrannte Erde.
  • Kommunen haben unrealistische Forderungen, die Entscheidungswege und Verfahren sind langwierig und aufgrund wahltaktischer Überlegungen gibt es bis zuletzt keine Planungssicherheit.
  • Bürgerproteste artikulieren sich lautstark und undifferenziert gegen Veränderung im Allgemeinen und gegen soziale Marktwirtschaft im Besonderen.

Unsere persönlichen Erfahrungen bei bundesweit realisierten Aurelis-Projekten sind in den meisten Fällen jedoch weitaus differenzierter. Deshalb werben wir an dieser Stelle für gegenseitiges Verständnis.

  • Nachfrage sichert Qualität
    Als Immobilienunternehmen haben wir sowohl die Nachfrage als auch die Standortfaktoren früh im Blick. Wir kennen die aktuelle Situation bei Investoren und Nutzern und wollen dies in standortadäquate, marktgerechte Immobilien- und Flächenkonzepte umsetzen. Denn nur ein nachgefragtes Projekt trägt zu einer Dynamik bei, die auf den Standort abstrahlt. Langwieriger Leerstand und schleppende Vermarktung hingegen verdirbt das Interesse und kann ein Projekt „verbrennen“. Wir stehen nicht für kurzlebige Trends, sondern für marktgerechte Konzepte, die zum Standort passen. Zudem sind wir bei unseren Projektentwicklungen meist langfristig engagiert.
  • Wirtschaftlichkeit ermöglicht Investitionen
    Wir sind ein privates Immobilienunternehmen und müssen darauf achten, dass ein Projekt für uns wirtschaftlich ist. Zum einen, weil dem investierten Kapital und dem Entwicklungsrisiko ein angemessener Ertrag gegenüber stehen muss. Zum anderen, weil wir nur dann in Standorte investieren können, wenn wir gewinnorientiert arbeiten. Erst diese Renditen schaffen den Freiraum für Investitionen – ohne öffentliche Verschuldung oder öffentliche Förderung. Auch Kreditinstitute erteilen eine Kreditzusage für die Finanzierung von Großprojekten nur unter der Voraussetzung einer nachgewiesenen angemessenen Wirtschaftlichkeit. 
  • Wählerinteressen sind wichtig
    Kommunen haben die Interessen ihrer Wähler im Blick. Das hat nichts mit Opportunismus zu tun, sondern ist schlicht logisch, denn das sind nun mal die Bürgerinnen und Bürger am Standort. Das bedeutet, dass wir die Menschen, die am Standort wohnen und arbeiten, in die Planung einbeziehen. Sie kennen sich dort aus und helfen dabei, dass ein Projekt so harmonisch wie möglich in die Umgebung integriert wird. Es kann nicht jedes Einzelinteresse berücksichtigt werden. Wesentlich ist aber, dass die Allgemeinheit und die Projektbeteiligten schlussendlich profitieren.
  • Über Engpässe sprechen
    Unsere Erfahrung ist: Kommunen leiden gelegentlich unter knappen personellen Ressourcen. Das kann zu zeitlichen Verzögerungen bei Entwicklungsprojekten und Baugenehmigungen führen. In einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit sollte man offen darüber sprechen. Dann wird das Projekt entsprechend geplant. Und wenn es gewünscht wird, kann das Immobilienunternehmen nach klarer Definition und Absprache zusätzliche Aufgaben übernehmen und somit Prozesse beschleunigen.
  • Bürger beteiligen
    Bürger sind keineswegs per se destruktiv. Die meisten haben ein völlig legitimes Interesse an den Projekten in der eigenen Stadt, möchten im Dialog informiert werden und sind bereit, Standort-Know-how, Bedenken und Anregungen konstruktiv in einen gemeinsamen Prozess einzubringen. Ihre Einbindung über die vorgeschriebenen Verfahren hinaus ist daher wichtig.

Resümee

Es kann gegensätzliche Interessen oder unterschiedliche Interpretationen eines Sachverhalts bei privaten Immobilienunternehmen und Kommunen geben. Die Auseinandersetzung darüber ist nicht schädlich, sondern im Gegenteil häufig fruchtbar. Wichtig ist nur, dies frühzeitig offen zu legen und ehrlich zu behandeln. Klare Verantwortlichkeiten im Prozess und Verlässlichkeit in den Aussagen und im Handeln auf beiden Seiten schaffen Vertrauen. Auf dieser Basis kann ein tragfähiges gemeinsames Konzept entstehen und eine Umsetzungsstrategie, deren Eckpunkte verbindlich festgelegt werden. Das Ergebnis ist im besten Fall ein erfolgreiches Projekt, das die Wirtschaftskraft und die Standortqualität der Kommune stärkt. 

Ihr Kontakt
Christine Hinterberger
Assistentin Zentrale
Mergenthalerallee 15-21, 65760 Eschborn
+49 6196 5232-0